STEINHAUS

S t e i n h a u s

Die 868 Stochasa, wie die Bewohner von Steinhaus im Dialekt genannt werden, leben in 361 Haushalten rund um den schönsten Ortskern des Ahrntales mit den sog. Roten Häusern aus der Zeit, als der Ort Verwaltungszentrum des Prettauer Bergbaus war. Heute befinden sich im sehenswerten Ensemble mit Grafenhaus, Maria-Loreto-Kirche, Steinhauswirt, Kornkasten, Pfister- und Faktorhaus die Büros der Ahrntaler Gemeindeverwaltung, das Verteilerzentrum der Post, ein Büro des Tourismusvereins, das Bergwerksmuseum und ein archäologischer Schauraum. Aus wirtschaftlicher Sicht hat der Tourismus dem Bergbau längst den Rang abgelaufen. Seit 50 Jahren lockt das nach und nach ausgebaute Skigebiet Klausberg mit dem breiten Angebot für erlebnis- und unterhaltungshungrige Gäste nach Steinhaus und ins gesamte Tal. Weniger dicht sind die Spuren der „Antrischen“, wobei die antrischen Löcher unterhalb vom Federweißkopf und die mystischen „Sandsieder“ im Keilbach erfreuliche Ausnahmen bilden.

Wanderung nach Großklausen

 

Start: Parkplatz Großklausen, Steinhaus 

Ziel: Hochfeld, Bärental (Rundkurs)

Strecke: 10,4 km

Höhenunterschied: 945 hm

Schwierigkeit: mittel/schwierig


Wegbeschreibung: 
Von Steinhaus fahren wir bis zum Parkplatz oberhalb der letzten Höfe in Großklausen. Ein bequemer Forstweg Nr.2 führt an der Unterberger Alm 1648m weiter zu den Schupfen im lichten Lärchenwald und endet bei der Alm Moser Ebene 1847m. Oberhalb der Straße liegen vereinzelt große Serpentinitblöcke die einst Hirten und Schutzsuchende bei Gewittern sicher als Unterschlupf nutzten. Bei der Almhütte öffnet sich der nordseitige Kessel unterhalb des steilen Durrecks. Nun zweigen wir links auf den schmalen Steig 7a ab und gelangen durch den lichten Wald ins Weidegebiet der Gruben Alm 2040m.

Wer sich nun zum Federweißkopf (2210m) mit den bergmännisch geöffneten Stollen begibt, muss sich durch das Weidegebiet rechtshaltend selber einen Pfad suchen. Der weiße, poröse Felsen, von schütteren Bäumen umgeben, ist nicht zu übersehen. Zum Gipfel am Hochfeld 2296m wandern wir auf dem markierten, steil ansteigenden Pfad 7a zum Grat und steigen ins Bärental ab. Bei der Seeber Hütte folgen wir den Steig Nr.13, der durch den Wald über die Pfärraböden nach Großklausen, oberhalb der Schwaiger Höfe zum Ausgangspunkt zurückführt.


Aus Steinhaus



Das Hochfeld in Steinhaus


Spazieren wir also diesmal in Steinhaus schattseitig hinauf zu den antrischen Leuten, von denen die Mär geht, dass sie in Löchern daheim sind und wildfremde Menschen, Wanderer zumeist, um etwas zu Essen bitten. Freundlich sollen sie sein. Schauen wir selbst. 


Die antrischen Leut
aus J. Adolf Heyel, Sagen aus Tirol 1897 S. 606

Gelesen von Helga Plankensteiner und Michael Lösch

Durch das Tauferer- und Ahrntal geht die Sage, von den antrischen Leuten und antrischen Löchern. Fast an jedem Berghang findet sich nämlich ein Loch in den Fels gehauen, ein sogenannter Schurf nach Metallen. Mancherorts hat man das Schürfen schon nach einem Meter wieder aufgegeben, andere Gänge sind an die 30 bis 50 Meter lang. 

Fragst du nun die Leute, was diese Löcher zu bedeuten haben, so antworten sie: „Das ist ein antrisches Loch, da sind die antrischen Leute drinnen gewesen.“ Unter diesen antrischen Leuten stellt sich das Volk kleine, in der Regel harmlose, meist freundlich gesinnte menschliche Wesen vor, welche in ganzen Familien einfach und karg von jeher in diesen Höhlen wohnen. Sie kommen nur selten heraus, nur, wenn sie von den Menschen etwas wollen, meist etwas zu Essen, und dann zeigen sie sich für die Wohltat dadurch erkenntlich, dass sie dem freundlichen Geber einen Schatz zeigen oder ihm etwas Wertvolles schenken.
 


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